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© Neue Zürcher Zeitung; 2002-10-21
Einmalige Fotosammlung der Mission 21 in Basel
Basel, 18. Oktober
Als die Missionare der Basler Mission - heute Mission 21 - im 19. Jahrhundert nach Afrika und Asien
reisten, war ein Fotoapparat oft Bestandteil ihrer Ausrüstung. Ihre Bilder wurden im Basler
Missionshaus gesammelt und - vergessen. Das eher zufällige Wiederauffinden der Photographien
vor etwa 30 Jahren hatte dann allerdings Folgen. Sie wurden geordnet und datiert, und dabei wuchs
die Einsicht, dass die Basler Mission einen wahren Schatz historischer Photographien besitzt:50000
Bilder aus der Zeit zwischen 1860, und 1950, die auch kultur-, sozial-, und religionsgeschichtliche
Informationen enthalten. Über 25000 Bilder wurden in den letzten 12 Jahren inventarisiert, reproduziert
und beschrieben, und nun kann man sich unter www.bmpix.org sozusagen auf eine Zeitreise begeben.
Die alte Sammlung, erzählt Paul Jenkins, der Archivar der Mission 21, sei stark eurozentristisch geprägt
gewesen; die Bilder seien in den Publikationen der Mission und anlässlich von Vorträgen verwendet worden.
Die Sammlung sei nun so erschlossen worden, dass sie der heutigen weltweiten Kommunikationsgesellschaft
diene. Mit der umfangreichen und leicht erschliessbaren Datenbank soll der interkulturelle und
interreligiöse Dialog gefördert werden. Die Informationen der Datenbank sind daher in englischer
Sprache abgefasst, einzig die Originalbildtexte sind auf Deutsch festgehalten. Dass die Sammlung nun
"global und frei verfügbar" ist, ist weitgehend der Christian-Merian-Stiftung (CMS) zu verdanken;
sie unterstützte das Projekt: mit fast einer halben Million Franken.
Damit stellte sie gleichzeitig einen Link zu ihrer Vergangenheit her. Margaretha Merian-Burckhardt,
die Witwe von Christoph Merian, hat anno 1860 den Haus der Zentrale der Basler Mission mit 200000
Franken unterstützt. Für Christian Felber, den Direktor der CMS, gab es für das Engagement triftige
Gründe: Die Fotosammlung sei sowohl ein einmaliges lokal baslerisches und zugleich ein internationales
Kulturgut. Die mediale Vermittlung von kulturellen Inhalten gehöre mit zu den Aufgaben der Stiftung.
Wie schon bei anderen Projekten gehe es darum, Kulturgut, das in Basel aufbewahrt wird, auch den
Menschen in den Ländern bekannt und zugänglich zu machen, aus denen es stammt.
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